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Kunst und Kultur

In der Antike war dieser Ort ein kleines Hafendorf, in dem sich die Fischer aus Marano
angesiedelt hatten, um die hiesigen Pinienwälder auszunutzen, und in dem viele
Pferdezuchtstätten ihren Anfang fanden. Erst im frühen 20. Jahrhundert entdeckte Lignano
eine Industrie, die sein Schicksal veränderte: den Tourismus. Nach den ersten Siedlungen,
die zum Aufblühen des Gebiets beitrugen, wurden die ersten Hotels errichtet und der Staat
begann mit dem Bau einer Straße, die den neuen Badeort mit der friaulischen Tiefebene
verbinden würde. Lignanos Blütezeit begann in den 50er Jahren, vor allem dank privaten
unternehmerischen Initiativen, die dem Baugewerbe und dem Städtebau neuen Schwung
verliehen und somit die wahre Berufung der Stadt im Badetourismus bestätigten.
In den Straßen von Lignano kann man Gebäude und Villen bewundern, die zwischen den
60er und 70er Jahren von den besten Architekten, nicht nur aus Friaul, geplant wurden.
In Lignano Pineta, einem Ortsteil, den Marcello d'Olivo zwischen 1953 und 1956 plante,
befindet sich ein wahrhaftes städtebauliches Juwel: die berühmte "Schnecke" von Pineta.
Mit diesen Worten stellt D'Olivo selbst sein Werk vor: "Natürlich können nicht alle Häuser
an der Küste errichtet werden; im Sinne dieses Prinzips und mit der Absicht, die Natur
schonend zu behandeln, wurde die Idee der Spirale entwickelt: wenn man der Spirale
entlang läuft, ändert sich der Krümmungsradius und man sieht immer ins Grüne.
Alle Häuser müssen mindestens 20 Meter von der Straße entfernt stehen und sich der
Vegetation anpassen; alle Hauptdienstleistungen des Ortes werden zusammengelegt.
Lignano Pineta ist also ein Paradebeispiel modernen Städtebaus und ein Spaziergang durch
seine Straßen zur Bewunderung der originellen Villen inmitten der grünen Vegetation weckt
immer noch unsere Neugier. In Lignano Pineta finden wir zwei Parks hohen künstlerischen
und kulturellen Wertes: den Park Hemingway und den Park des Meeres. 1953 schenkte die
Gesellschaft Lignano Pineta dem Schriftsteller Ernest Hemingway ein wunderschönes
Eckchen, damit er hier seine Sommerresidenz errichten konnte; er nahm das Geschenk
an, kam aber nie mehr hierher zurück... oder besser, sein Name kam zurück und wurde
einem öffentlichen Park verliehen, der 1984 entstanden ist. Dieser 4 Hektaren umfassende
Park ist von über 4000 hochstämmigen Bäumen und einem blühenden wilden Unterholz
bedeckt, wo noch kleine, wilde Orchideen sprießen. Der Park bietet einen Trimm-Dich-Pfad
sowie einen Spielplatz für Kinder an. Der Park des Meeres liegt nah am Meer im
wunderschönen Ortsteil Lignano Pineta. Entlang den Fußgängerwegen des Parks trifft man
auf Skulpturen berühmter Künstler wie Ceschia und Benetton sowie Skulpturen, die
nationale und internationale Künstler der Stadt geschenkt haben, um ihre Liebe zu diesem
einzigartigen Gebiet zu beweisen, nachdem sie am jährlichen Bildhauerei-Symposium
teilgenommen haben. Der Besuch des Parks mit seinen künstlerischen Werken ermöglicht
es uns, das Kulturelle mit der Freude, einen Spaziergang durch die Natur des
wunderschönen Pinienwalds zu genießen, zu kombinieren. Der Eintritt zu beiden Parks ist
frei. Inmitten der Kiefer entlang der Straße, die von Sabbiadoro nach Pineta führt, steht die
kleine, niedliche Votivkirche der Heiligen Maria, die einst in Bevazzana am Fluss
Tagliamento stand. Die Kirche des Christi Erlösers in Pineta ist modern, sie wurde nach
dem Entwurf von Aldo Bernardis errichtet und 1974 eingeweiht. Was die moderne
Architektur angeht, ist das einzige Beispiel des Jugendstils Villa Gattolin an der
Strandpromenade in Sabbiadoro. Die Pfarrkirche von Sabbiadoro (Cesare Miani, 1935) mit
dem schlanken doppelbögigen Laubengang der Fassade lehnt sich an den Rationalismus
des 20. Jahrhunderts an (bei der Apsis wurde die neue, von Luciano Ria geplante Kirche
errichtet, 1963-70). Pietro Zanini, Schüler von Raimondo D'Aronco, verdanken wir das
Grand Hotel (1930) und die heliotherapeutische Kolonie, die zur Zeit ihrer Errichtung (1938)
als Meisterwerk betrachtet wurde, da sie den damaligen architektonischen Auffassungen
entsprach. Marcello D'Olivo ist nicht nur der Autor des Projektes in Pineta, sondern auch
des Dienstleistungszentrums, der Villa Spezzotti und der Villa Mainardis in Pineta; im selben
Ortsteil sind auch Gianni Avon (das Residence Palace, das Casa Albergo, der
Wolkenkratzer Ariston usw.) und Aldo Bernardis (die im Grünen eingebettete Villa Sordi,
die dem berühmten gleichnamigen Schauspieler gehörte, sowie die Terrazza a Mare in
Sabbiadoro, das Rathaus, der Verkehrsverein, die Kirche und der Kursaal in Pineta) tätig. |
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